Direkt zum Hauptbereich

Posts

Uncertaintea Quantification: Ein Science Slam

Mein (Sieger-)Beitrag zum Science Slam am 10. Mai 2017 in Hamburg.

Wissenschaftler stellen ihre Forschung innerhalb von zehn Minuten einem gemischten Publikum vor. Ähnlich einem Poetry Slam stimmt im Anschluss dieses Publikum ab, welcher Slammer die beste Darbietung gegeben hat. Hier zählt vor allem der Unterhaltungswert und die Anschaulichkeit mit dem das Publikum - in einem positiven Sinne - infotained wird.

Mir macht vor allem die Abstraktion Spaß, mit der ich meine Forschung in den Alltag transportiere. Noch besser wird es dann, wenn die Alltagssituation völlig absurd ist. Letztere prägen sich erheblich besser ein. Ich kann schon keinen englischen Tee mit englischem Teebeutel trinken, ohne über Inverse Probleme nachzudenken. Vielleicht geht es den Besuchern an diesem Abend auch so.

Science Slams sind vielleicht die beste Antwort auf Fakenews und auf schlechten Wissenschaftsjournalismus. Hier wird Wissenschaft anfassbar und begreifbar. Und sie macht Spaß. Mir und wohl auch den mei…
Letzte Posts

Sind Naturwissenschaften korrekt?

Eine grundsätzliche Frage der Naturwissenschaft und ihrer Kritiker ist: Können wir der Naturwissenschaft vertrauen? Dabei geht es nicht um die Wissenschaftler, die potenziell Fehler machen, oder irgendeine Art der Beeinflussung erfahren, sondern um die naturwissenschaftliche Methodik. Also um Methoden, auf denen basierend Aussagen getroffen werden, über die Natur, das Leben oder die technische Entwicklung. Dazu gehören Statistik, Logik, Beweise, das Konzept "Aussage" selbst, vielleicht.
Im folgenden - durchaus viralen - Video legt der pensionierte Oxford Professor Richard Dawkins seine Meinung dar, zu einer dem Obigen entsprechenden Publikumsfrage.

Dawkins argumentiert damit, dass es einige Beispiele gibt, in denen Naturwissenschaft funktioniert hat, und nimmt dies als Beleg dafür, dass Naturwissenschaft selbst ein sinnvolles Prinzip ist, das funktioniert. Nach den Regeln der Logik, reicht das natürlich nur für einen Existenzbeweis ("Es gibt mindestens einen Fall, in d…

Persönlicher Brexit.

Es war 6:48 Uhr britischer Sommerzeit am 24. Juni letzten Jahres. Mein Handy piepste mich aus dem Schlaf. Ich drückte drauf und las eine WhatsApp-Nachricht. „Ich habs gerade schon gesehen“ stand da. Schlaftrunken brauchte ich einige Momente um mich zu orientieren. Ich hatte nur etwa drei Stunden. Die Absenderin der WhatsApp-Nachricht, hatte mir geantwortet auf meine Nachricht: „Bisher sieht es recht gut aus für Leave :(“, die ich um 01:22 Uhr am selben Morgen abgeschickt hatte. Mit einem flauen Gefühl im Magen, aber wohl wissend, wie der Stand vor etwa drei Stunden war, setzte mich aufs Bett und klappte meinen Laptop auf. Die BBC-Webseite war noch offen und ich sah es: Der Vorsprung der leave campaign war uneinholbar. Die Briten hatten sich gegen die weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union entschieden. Das flaue Gefühl wich einer Übelkeit, die sich gewaschen hatte.
Nach einer Dusche fuhr ich an die Uni. Im Bus ignorierte ich die kostenlosen Metro-Zeitungen, wie fast jeden Mo…

Gemeinsam Stärke zeigen.

Ich wohne aktuell im kleinsten Zimmer einer WG in einem ländlichen Ortsteil der englischen Stadt Coventry. Ich studiere hier. Mein Zimmer ist wirklich klein. Meine angeborene Unordnung, die auch in diesem kleinen Zimmer vorherrscht, lässt es noch kleiner wirken. Aber auch ohne diese Unordnung kann ich meinen Drehstuhl nicht drehen, solange ich darauf sitze, sonst würde ich am Bett oder Schreibtisch hängen bleiben. Es ist so eng hier, dass ich manchmal denke, ich sollte rückwärts hineingehen, um dann später wieder vorwärts herausgehen zu können.
Und dennoch, selbst auf diesen acht Quadratmetern herrscht mehr Freiheit, als in dem System, das diese IS-Gestalten propagieren, die gestern Paris überfallen haben und sich zu dem Anschlag bekennen. Ein System ohne Meinungsfreiheit, ohne Pressefreiheit, ohne Religionsfreiheit, ohne die Würde des Menschen, mit Diskriminierung, mit Antisemitismus, mit Sexismus und mit Hunderten Hinrichtungen täglich - viele davon gestern in Paris. Dort leben Ges…