Donnerstag, 17. Mai 2012

stud. math.

Nur ganz selten wird der akademische Titel für Studenten von den Studenten auch genutzt. Erlaubt ist es prinzipiell zumindest dann, wenn dieser Titel nicht impliziert, man hätte eine akademische Ausbildung abgeschlossen. Dies möchte ich mit diesen latzzeichen auch nicht implizieren. Genauso wenig soll dieser latzzeichen-Titel implizieren, das auf meiner Visitenkarte "stud. math. Jonas Latz" steht oder das ich diesen Titel auf andere Weise öffentlich gebrauche. Ich möchte einfach nur sagen: Ich hab gewechselt. Bis April war ich noch Student der Ökonomie (stud. rer. oec.), jetzt bin ich Student der Wirtschaftsmathematik.

Im letzten Semester ist mir mehrere Male in den Sinn gekommen, ich möchte mehr Mathematik machen. Der Studienberater riet mir von Experimenten wie Doppel-Bachelor ab und empfahl mir ein Wirtschaftsmathematik-Studium. So hätte ich ein praktisch vollwertiges Mathematikstudium, mit einem Ökonomie-Anteil, der locker für ein aufbauendes Masterstudium reicht. Lange Zeit war ich mir unsicher. Hab mich dann aber für die Mathematik entschieden. 

Nun studiere ich seit fünf Wochen. Bearbeite aktuell das fünfte Übungsblatt und habe schon dreizehn Vorlesungen in Lineare Algebra, vier Übungen im selben Fach und Stunden von Lernen hinter mir. Schon vom Gefühl her ist Mathematik bedeutend anders als andere Studienfächer. Die Hörsäle sind bedeutend leerer und leeren sich verhältnismäßig deutlich schneller. Man kennt fast alle Kommilitonen und bekommt vom Professor, wenn man ihn in der Mensa trifft, "Mahlzeit" gewünscht.

Vor allem ist es hart. Während einer Vorlesung das zu verstehen, was der Professor da vorne an die Tafel schreibt, ist praktisch unmöglich. Die endlosen Mengen von Definitionen, Sätzen, Lemmas, Korollaren und Beweisen zu verstehen und nachzuvollziehen klappt nur mit Stunden von Lernen und selbst Machen. Und immer wenn der Professor anstelle eines Beweises oder einer Herleitung "HA" an die Tafel schreibt, so steht das zwar für "Hausaufgabe" wirkt aber wie eine Onomatopoesie für ein äußerst sadistisches Lachen.

Tritt man in der Öffentlichkeit als Mathematiker auf, so gibt es grob zwei Verhaltensweisen, die einem gegenüber ausgeübt werden. Die eine ist pures Unverständnis: "Wie kann man so was nur studieren?" oder "Oh mein Gott!". Die andere ist eher ein ehrvolles Auftreten: "Wow!" oder "Nicht schlecht!". Natürlich tritt auch die gemischte Variante auf: "Ich konnte das früher nie." oder "Ich habe in der 9. Klasse mit der Mathematik abgeschlossen."

Bisher bin ich mit der Wahl jedoch glücklich. Man steht ständig vor neuen Rätseln, die es zu lösen gibt, das hält einen geistig auf Trab und steigert das logische Denkvermögen. Mal schauen, wie lange ich es durchhalte und ob aus dem stud. math. ein Master of Science in Mathematics wird.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Steuern senken?

CDU und besonders die FDP haben im letzten Bundestagswahlkampf versprochen die Steuern zu senken und sind dafür teilweise ausgelacht worden. Nun haben sie die Steuern gesenkt und dafür sowohl Lob als auch Kritik erfahren müssen. Doch was bringen Steuersenkungen eigentlich? Kann man mit Steuersenkungen vielleicht sogar das Steueraufkommen (das, was der Staat am Ende erhält) steigern? Und mit Steuererhöhungen das Steueraufkommen senken? Sind Steuersenkungen aktuell nur Polemik?

Bis vor einigen Tagen war ich der Meinung, es sei weitgehend bekannt, das man mit Steuersenkungen sehr wohl auch das Steueraufkommen steigern kann. Als ich dann vom Gegenteil überzeugt wurde, habe ich mir vorgenommen dazu Latzzeichen, zu schreiben.

Niedriger Steuersatz, niedriges Steueraufkommen
Steuern sind Abgaben an den Staat, die im Normalfall entweder beim Anbieter oder beim Konsumenten erhoben werden und entweder über den Preis oder die Menge berechnet werden. Das heißt: Einer von beiden, ob Anbieter oder Konsument, führt die Steuern ab. Die Steuern berechnen sich entweder vom Verkaufspreis der Ware (z.B. 19% Mehrwertsteuer) oder von der gekauften Menge (z.B. Steuer pro Liter bei der Mineralölsteuer). Unabhängig davon, wer die Steuern zahlt oder worauf sie geleistet werden müssen, gibt es stets einen Wohlfahrtsverlust - eine "Menge Wirtschaft", die nicht getätigt wurde (einfach gesagt).

Zur Veranschaulichung gibt es jetzt zwei Grafiken. Zu sehen ist jeweils ein Marktdiagramm mit eingezeichneter Steuer (P = Preis | Q = Menge). Der Steuersatz ist die grüne Linie, das Steueraufkommen die Fläche des roten Feldes. Ich möchte auf große theoretische Herleitungen des Marktdiagramms und des Steuerrechteckes verzichten und würde Euch bitten, es einfach so hinzunehmen, wie es hier ist.

Hoher Steuersatz, niedriges Steueraufkommen
Im ersten Markdiagramm ist ein sehr niedriger Steuersatz eingezeichnet. Wie erwartet ist das Steueraufkommen dadurch auch eher gering. Im zweiten Marktdiagramm ist der Steuersatz extrem hoch, aber was ist das? Auch hier ist das Steueraufkommen eher gering - zur Erinnerung: Die Länge der grünen Linie ist der Steuersatz, die Fläche des roten Rechteckes das Steueraufkommen. 

Woran liegt das? Letztere Steuer ist eine sogenannte Prohibitiv-Steuer. Die Steuer verteuert das gehandelte Gut so enorm, dass viele Menschen es sich nicht leisten können oder nicht dazu bereit sind soviel Geld auszugeben. Klassische Prohibitiv-Steuern sind Tabak- und auch die "Alko-Pop-Steuer".

Das zeigt schon mal eins: Eine Steuererhöhung geht nicht unbedingt mit einer Erhöhung des Steueraufkommens einher. Unter Umständen bewirkt sie sogar das genaue Gegenteil. 
Doch was muss man tun, um den "perfekten" Steuersatz zu bekommen. Nun, die Rechnung ist wirklich einfach. Man stellt eine Funktion auf, die die Höhe des Steueraufkommens beschreibt, und optimiert diese:

A(t) = t * x(t) ; Steueraufkommensfunktion A(x) mit Steuersatz t und Stelle x(t), an der gilt d(x) - s(x) = t (d(x) ist die Nachfrage und s(x) das Angebot).
Ableiten: A'(t) = x(t) + t * x'(t) 
Und gleich null setzen: A'(t) = 0 <=> x(t) + t * x'(t) = 0

Mittlerer Steuersatz, maximales Steuereinkommen
Löst man das Ganze nach t auf, ergibt sich ein Steuersatz, der optimal ist für diesen Markt. Ein solcher Steuersatz sieht dann in etwa so aus, wie im Dritten meiner (äußerst schlecht gezeichneten) Marktdiagramme.

Diese Funktion (von mir kurzerhand "Steueraufkommensfunktion A(x) genannt) stellt eine umgekehrte Parabel dar. 

Sie geht zurück auf Ph.D. Arthur B. Laffer und ist nach ihm benannt. Mithilfe dieser Kurve konnte Laffer - der Legende nach - US-Präsident Ronald Reagen von seinen Spitzensteuersätzen von über 70% abbringen. Dazu zeichnete er sie ihm bei einem gemeinsamen Abendessen auf eine Serviette. 

Die nächste Grafik zeigt ein ungefähres Abbild der Laffer-Kurve (Steueraufkommen auf der y-Achse, Steuersatz auf der x-Achse). Man entschuldige die fehlenden Achsen und Beschriftungen, ich wollte nur nicht implizieren, dass die hier gezeigte Laffer-Kurve der Realität entspricht. Grob passt es in jedem Fall.

Offensichtlich erkennt man, das sowohl ein hoher, als auch ein niedriger Steuersatz ein niedriges Steueraufkommen verursachen können. Daraus folgt direkt natürlich, dass man, wenn der Steuersatz rechts des Optimums liegt, die Steuern senken und gleichzeitig das Steueraufkommen steigern kann. Links des Optimums gilt der "natürliche Ansatz": Mehr Steuern, mehr Steueraufkommen.

Laffer-Kurve
Jetzt hab ich sehr lange sehr theoretisch lamentiert. Was bedeutet das Ganze für die deutsche Steuerpolitik? Wo liegen wir eigentlich? Links oder rechts des Optimums der Laffer-Kurve? Kann man überhaupt herausfinden, wo wir liegen? Mit dieser - der letzten - Frage möchte ich beginnen. Ich habe es ja schon angedeutet. Dieses Modell ist plausibel, nur in der Realität natürlich weitaus komplizierter. Die Problematik ist zum einen das reine Zeichnen der Kurve, weil es ja ein Vorausahnen des Verhaltens der Bürger auf eine Steuersatzänderung erfordert. In meinem Modell verhalten sich die Bürger einfach linear. In der Realität ist praktisch jedes Verhalten denkbar. 
Zum anderen muss auch der Punkt gefunden werden, an dem sich der aktuelle Steuersatz befindet.
Ein amerikanischer Volkswirt hat jedoch kürzlich eine Laffer-Kurve für Deutschland gezeichnet. Wie auch immer er es geschafft hat, das Ergebnis ist spannend und findet sich auf der folgenden Grafik. Was sagt uns das? Kurz und gut: Steuersenkungen bringen uns aktuell gar nichts. Wir liegen links vom Optimum, jedoch: sehr knapp links vom Optimum. Man könnte jetzt sagen, man solle die Steuern erhöhen. Ich bin ehrlich gesagt der Meinung, wir befinden uns schon sehr nah beim Optimum, und wenn wir den Wissenschaftlern jetzt noch einen natürlichen Fehlerspielraum zugestehen, dann ist da einfach nicht mehr zu holen. 

Steuersenkungen und lustigerweise auch -erhöhungen geschehen natürlich auch aus rein politischem Gedanken. Da Steuererhöhungen nur die Bürger bestraft und uns im Endeffekt sogar weniger Steueraufkommen bringt, bitte lasst es. Da wir schon etwa 1.700.000.000.000,- € Staatsverschuldung auf dem Buckel haben und die laufenden Kosten senken müssen, sollten wir es uns dreimal überlegen Steuern zu senken.

Laffer-Kurve Deutschland
Bei den letzten Steuersenkungen durch Schwarz-Gelb hat Sigmar Gabriel die Falschheit dieser Politik belegen wollen mit einem  Aufstand, den gerade eine Handvoll deutsche Millionäre verursachen. Treu dem Motto: "Wir wollen mehr Steuern zahlen." wirbt unter anderem Marius-Müller Westernhagen für höhere Steuern. 

Liebe reichen Steuerzahler, es ehrt euch wirklich, das ihr dem Staat helfen wollt. Da gibt es auch eine einfache Möglichkeit. Wenn ich richtig informiert bin, kann jeder Bürger jederzeit eine freiwillige Zahlung an das Finanzamt tätigen. Das Geld wird ausschließlich zur Schuldentilgung verwendet und ist damit sicherlich gut angelegt. Mit einer solchen spendablen Geste helft ihr zwar nicht der Opposition fadenscheinige Argumente zu untermauern und kommt nicht in die Zeitung, aber es ist viel einfacher und führt zum selben Ergebnis.

Ein Fazit zum Ende. Steuererhöhungen und Steuersenkungen können zu jeder Zeit praktisch jede Auswirkung haben. Lasst unsere Steuern doch einfach in Ruhe!

Nachzulesen übrigens alles gerne in: Pindyck/Rubinfeld - Mikroökonomik

Freitag, 4. Mai 2012

"und führe zusammen was getrennt ist" - oder - latz pilgert

Seit Wochen werde ich im Saarland ständig gefragt: "Und? Warst du schon beim Heiligen Rock?", "Du hast doch bestimmt schon gepilgert?" oder "Wie sieht der Lumpen denn aus?". Bis heute musste ich stets verneinen. Nein, ich war noch nicht beim Rock, ich hatte es einfach noch nicht geschafft. Heute war ich im - das erste Mal seit Beginn der Wallfahrt - im Dom und habe mir den Rock angeschaut.

Ich habe nun den Dom betreten. Er hat mich schon immer fasziniert. Er ist eigentlich wie jede Kathedrale: Eine verrückte Durchmischung von Kunstwerken und Baustilen aus mehreren Jahrhunderten, sowohl außen, als auch innen. Die Bischöfe haben eben immer mal wieder was "Neues" gewollt. Einen modernen Altar, einen neuen Tabernakel, eine noch höhere Kanzel (natürlich nicht dem klassischen Stil angepasst) oder eine schönere Orgel. Angeblich ist die King's College Chapel in Cambridge, die Einzige, in der nie der Stil verfälscht wurde. Was macht dann den Trierer Dom so besonders? Ganz einfach: Im Trierer Dom ist einfach alles noch viel, viel älter. Es ist der älteste Bischofssitz Deutschlands. Teile der Grundmauern des Domes stammen noch von den Römern, vielleicht aus der Zeit Constantins. Soviel zum Dom - vielleicht in anderen latzzeichen mehr.

Mit Menschen, die augenscheinlich allesamt von weiter angereist waren, stand ich nun eingereiht und wartete darauf endlich einen Blick auf den Heiligen Rock werfen zu können. 500.000 Besucher wurden oder werden erwartet für diese 4 Wochen Wallfahrt. Mit etwa 300 wartete ich an diesem Nachmittag in einer Schlange.

Dann war es endlich so weit. Ich stand nun direkt vor dem Heiligen Rock. Er liegt in einer Vitrine, die in ein Holzpodest eingelassen ist. Fasziniert hat mich der Rock in jedem Fall. Rein materiell ist er eher uninteressant. Geistlich muss ich zugeben, zumindest für mich, auch. Ich denke Glaube sollte auf Gott abzielen, nicht auf Kleidungsstücke, Nägel vom Kreuz oder ähnliche Dinge. Nein, als ich vor der Tunika stand, gingen mir viele Zahlen durch den Kopf. Grob überschlagen sind in den letzten 500 Jahren bestimmt 10 Millionen Menschen aus der ganzen Welt zum Heiligen Rock gepilgert. Zu diesen Zahlen erinnerte ich mich dann wieder an die letzte Zeile des Trierer Pilgergebetes, die zugleich auch Motto der 2012er Wallfahrt ist:
„und führe zusammen, was getrennt ist.“
Natürlich ist der Heilige Rock etwas Besonderes. Ganz egal, wer ihn nun getragen hat. Auf den Wallfahrten hat er genau das geschafft, was das Pilgergebet fordert. Er hat Christen aus der ganzen Welt zusammengeführt; er hat zusammengeführt, was getrennt ist.

Mittwoch, 25. April 2012

Amitié franco-allemande – die deutsch-französische Freundschaft

Man spricht im Großen und Ganzen von zwei Arten der Friedenssicherung. Frieden durch Integration. Das ist das, was die Europäische Union macht. Staaten bekommen eine gemeinsame Vereinigung und ein gemeinsames Parlament. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, sodass es keinen Grund für Konflikte gibt.
Die zweite Möglichkeit ist das Kräftegleichgewicht. Hier bestehen unter Umständen zwar Konflikte, da man aber die vermeintliche Stärke des Gegners kennt, will man es nicht auf einen offenen Krieg ankommen lassen. Dadurch blieb der Kalte Krieg ein „kalter Krieg“. NATO und Warschauer Pakt wussten, ein offener Krieg würde, unter Umständen, die ganze Welt zerstören. Auch wenn man hier nicht von einem sicheren Frieden sprechen kann, so war es in den letzten 3000 Jahren wohl die häufigste Form von Friedenssicherung.
Zwischen Deutschland und Frankreich gab es schon zahlreiche Kriege. Einer der Bekanntesten ist sicher der 1870er Krieg. Aber auch in den beiden Weltkriegen gab es einige kriegerische Konflikte zwischen Deutschland und Frankreich. Hier ging es praktisch immer um Land. Oft ging es um das Saarland und Lothringen. Gute Standorte zum Kohleabbau. 1870 konnte Deutschland große Teile von Frankreich einnehmen. Im Ersten Weltkrieg gab es die berühmten Grabenkriege zwischen Deutschland und Frankreich. Spätestens, nachdem die USA eingriff, würde Deutschland unterlegen. Später in Deutschland würde man diejenigen, die eine Demokratie für Deutschland fordern, als die Schuldigen für die deutsche Niederlage bezeichnen.
In der Weimarer Republik belagern französische Streitkräfte das Ruhrgebiet und verhindern den Kohleabbau. Deutschland stürzt in eine tiefe Inflation. Milliarden-Mark-Scheine werden gedruckt und werden kaum mehr Wert tragen als ein Brot.
Im Zweiten Weltkrieg schaffte Deutschland den „Blitzkrieg“. In nur wenigen Tagen ist die deutsche Wehrmacht in Paris einmarschiert. 1945 würden die französische Résistance und die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika die deutschen Truppen aus Frankreich vertreiben.
Frankreich, England und die Vereinigten Staaten entscheiden sich schnell, dass der Anteil, den sie an Deutschland „gewonnen“ haben, wieder zu Deutschland werden muss. Aus der Tri-Zone wird die Bundesrepublik Deutschland. Dr. Konrad Adenauer wird der erste Bundeskanzler.
Während sich langsam aber sicher so etwas, wie eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft herausbildet, entsteht zwischen Deutschland und Frankreich etwas ganz besonderes. Etwas ganz Neues, nach Jahrzehnten von gegenseitigem Hass, Streit und Krieg. Freundschaft.
Am 04. September 1962 stehen Bundeskanzler Adenauer und Generale Charles de Gaulle, der Präsident Frankreichs und einer der Führer der Résistance in Frankreich, auf einem Balkon in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. De Gaulle spricht zu den Deutschen (auf deutsch):
„Wenn ich Sie alle so hier versammelt sehe, empfinde ich, noch stärker als zuvor, die Würdigung und das Vertrauen, das ich für das deutsche Volk, das große deutsche Volk hege. Es lebe Bonn. Es lebe Deutschland. Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“
Wenige Monate später würden sie den Elysee-Vertrag unterschreiben. Den Vertrag der Freundschaft. Die deutsch-französische Freundschaft ist geboren. Seitdem fahren deutsche Schulklassen nach Frankreich und französische nach Deutschland. Seitdem hat jede Kommune in Deutschland eine Partnerkommune in Frankreich. Seitdem arbeiten Deutschland und Frankreich in vielen Bereichen der Politik und Wirtschaft Hand in Hand. Zu jedem französischen Staatschef fällt einem gleich der passende Deutsche ein und andersrum. Es sind zwei Länder, die sehr unterschiedlich sind, sich aber dennoch so ähnlich sind. Zwei gute Staaten, mit einem guten und starken Charakter und vor allem einer guten Freundschaft.
Friedenssicherung durch Kräftegleichgewicht ist furchtbar. Friedenssicherung durch Integration ist gut. Aber die beste Friedenssicherung ist ganz sicher die Freundschaft.

(c) Rainer Sturm/PIXELIO
(c) Katharina Wieland/PIXELIO